Kindesunterhalt: Neue Düsseldorfer Tabelle ab 01.01.2016

Veröffentlicht in Rechtsanwalt Mainz Blog

Zum 01.01.2016 gibt es erneut eine geänderte Düsseldorfer Tabelle. Die Tabelle hat zwar keine Gesetzeskraft, gibt jedoch Leitlinien vor (u.a. Regelsätze für den Kindesunterhalt), nach denen Familiengerichte Kindesunterhaltssätze berechnen. Während bei der letzten Änderung vor rund einem halben Jahr lediglich die bei der Unterhaltsberechnung auf Seiten des Unterhaltspflichtigen zu berücksichtigenden Selbstbehaltssätze angehoben wurden, werden nun zum Januar 2016 auch die Bedarfssätze des unterhaltsberechtigten Kindes (also der zu zahlende Kindesunterhalt) erhöht.

Bisher orientierten sich die Kindesunterhaltsbeträge am steuerlichen Kinderfreibetrag. Dies hat jedoch in der Praxis dazu geführt, dass der Mindestunterhalt noch immer unterhalb des kindlichen Existenzminimums lag. Dies ändert sich nun, denn ab dem 01.01.2016 ist der Mindestunterhalt nach der dann geltenden neuen Fassung des § 1612a BGB an das kindlichen Existenzminimum gekoppelt. Die dann zumindest für zwei Jahre festgelegten Mindestunterhaltsbeträge entsprechen dem in der Düsseldorfer Tabelle festgelegten Unterhalt nach der ersten Einkommensgruppe. Diese gilt bei einem bereinigten Nettoeinkommen des Barunterhaltspflichtigen von bis zu 1.500 €.

Mindestunterhaltssätze ab Januar 2016:

•    1. Altersstufe (0-5 Jahre): 335 €
•    2. Altersstufe (6-11 Jahre): 384 €
•    3. Altersstufe (12-17 Jahre): 450 €
•    4. Altersstufe (volljährige Kinder): 516 €

Der Bedarfssatz für volljährige Studenten, die einen eigenen Haushalt führen, wurde von 670 € auf 735 € erhöht und orientiert sich damit künftig am Höchstsatz gemäß Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG), der ab Herbst 2016 gilt.

Bei Fragen rund um das Thema Unterhalt oder allgemein zum Familienrecht steht Ihnen als Fachanwalt für Familienrecht RA Dr. Griebl jederzeit gerne zur Verfügung.

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